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Good Bye, Erreichbarkeit…

Es ist eine beinahe romantische Vorstellung… Kurz vorm Ausflug ins Land der Träume, der Mond steht bereits im Zenit, leichter Nebel über den Feldern, ein Käuzchen singt uns das Nachtlied und wir schmökern noch ein wenig in unseren liebsten Zeilen.

Ob der „Dichterfürst-Himself“ (Goethe), die großen Drei der Antike (Platon, Sokrates, Aristoteles) oder der Star der frühen 2000er (Stuckrad-Barre) – Hauptsache man liest, im Schlafzimmer, kurz vorm Zubettgehen. Dieses philanthrope Gefühl von schöngeistiger Plaisier wird zur profanen Alltäglichkeit, vertauschen wir die staubschwangere Erstausgabe durch ein schimmerndes Smartphone-Display.

Das hochauflösende Aufmerksamkeitsvakuum im Hosentaschenformat ist an beinahe jedem „Zeitvertreibs-Ort“ zum Mittelpunkt des Wartens geworden. Warten wir auf den Bus – Smartphone. Warten wir an der U-Bahn-Haltestelle – Smartphone. Und auch im heimischen Schlafzimmer findet das Wundergerät Anwendung.

Warten wir auf den Schlaf – Smartphone. Der Trend zur ständigen Erreichbarkeit ist seit der Geburt des klugen Telefons ungebrochen. Dieser Trend ist es, der uns als Gesellschaft vor ein großes Problem stellt – das Ende der Ruhephase.

Gründe für Smartphone-frei

Eigentlich sollten wir von DEM Grund für Smartphone-Frei sprechen; von Ruhelosigkeit! Wer stets und ständig von E-Mails, Kalendererinnerungen und Meeting-Anfragen gepeinigt wird, der mag beruflich fest im Sattel sitzen. Gleichwohl steht diese Person aber auch unter einem ordentlichen Druck.

Selbstredend spricht sich der Volksmund eher positiv über eine wohlfeine Anstellung aus, doch bleibt (leider) eine unwiderlegbare Wahrheit, dass die Zahl an Stresserkrankungen in den letzten 30 Jahren immer weiter nach oben schnellt. Es ist somit nicht verwunderlich, dass sich (einer Studie der TK zufolge) sechs von 10 Deutschen gestresst fühlen. Auch wenn die Gründe hierfür mannigfaltig sind, die Entwicklung unserer Arbeits- und Entspannungswelt sind nicht schuldlos.
Wer bis spät in die Nacht auf die nächste E-Mail warten kann, dem fehlt die notwendige Zerstreuung. Wer dem High-Score bei irgendeinem x-beliebigem Smartphone-Game verfallen ist, der lässt sich selbst nicht zur Ruhe kommen. Die Folgen dieser bimmeligen Lebensführung können katastrophal sein.

Zum Schutz der seelischen und körperlichen Gesundheit ist es ein wunderbares Detox-Experiment, das Smartphone aus dem Schlafzimmer zu verbannen! Selbst ein Monat ohne bewirkt wahre Entspannungswunder und lässt uns sehr schnell erkennen, wie sinnlos die permanente Betüdelung an digitalen Zeitfressern ist.

Schlafzimmer ist Ruheraum

Unser Schlafzimmer hat einen einzigen Zweck – Entspannung. Hier laden wir unseren inneren Akku auf, finden zur Ruhe. Hier gebären wir Träume, Wünsche und Ideen. Hier wird geruht und gerastet. PUNKT!

Die Gleichung der Unruhe ist hierbei leider einfach und unwiderruflich. Je mehr Informationen wir unserem Gehirn „bieten“, umso mehr hat es zu bewerten und abzuarbeiten. Jedes Facebook-Posting, jede Nachricht, jede unterschwellige Werbung wird von unserer Schaltzentrale wahrgenommen und wird bewusst oder unterbewusst bearbeitet.

Wenn wir uns auch im Ruheraum ständig mit Informationen auseinandersetzen, so leidet unsere Konzentration. Ähnlich wie ein Bogen, der immer gespannt ist, verliert unser Geist nach und nach die Fähigkeit, zu entspannen. Wir sind ständig unter Strom, ständig auf der Suche nach der nächsten Info und ständig gehetzt.
Die Folgen können dramatisch werden. Kürze und schlechtere Schlafdauer, Unwohlsein, Kreislaufprobleme, getrübte Wahrnehmung bis hin zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems – alles nur wegen zu wenig Ruhephasen. Der Weg aus dem Chaos ist einfach! Sorgen Sie für eine sinnliche und entspannte Schlaf-Atmosphäre und verzichten Sie auf zu viele blinkende und bimmelnde Informationsquellen im Schlafzimmer.

Die Sache mit dem Licht

Zu später oder späterer Stunde noch ins Smartphone linsen, hat grundlegende Auswirkungen auf unseren Schlafrhythmus. Der Grund liegt versteckt in unserem Nervensystem. Der Mensch reagiert besonders empfindlich auf die „ blaue Wellenlänge des Lichtes“.

Auch wenn wir diesen besonderen Anteil an „energetischem Licht“ nicht aktiv wahrnehmen, wirkt diese Wellenlänge wie eine Tasse frisch gebrühter Kaffee. Selbst wenn wir uns hundemüde ins Bett schleifen und eigentlich nur kurz „irgendwas“ lesen möchten, sobald wir uns dem Display zuwenden, werden wir munter und munterer.

Das „blaue Licht“ hat einen vitalisierenden Effekt auf unseren Hormonhaushalt. Je mehr dieser Wellenlänge unsere Netzhaut abbekommt, umso mehr „Wachbleiben-Eiweiße“ werden im Körper ausgeschüttet. Die Lösung des Problems?

Das Telefon aus dem Schlafzimmer verbannen und sich lieber den unsterblichen Zeilen der Dichterfürsten widmen oder sich so manchem spannenden Kriminalfall hingeben. Wer absolut nicht auf Nachrichten und Facebook verzichten kann: Inzwischen bietet beinahe jedes Smartphone einen „ Gute-Nacht-Modus“ an. Hierbei werden die „stressigen“ Wellenlängen ausgeblendet.

Es nervt!

Ja, es nervt. Wenn die Herzdame oder der Herzkönig ständig „Candy Crush“ daddelt, dann kann das gehörig auf die Nerven gehen. Bringt diese/dieser im schlechtesten Fall zwei Personen um den Verstand um den wohlverdienten Schlaf. Solches Verhalten kann sich über kurz oder lang sehr negativ auf das Zusammenleben auswirken. Bevor als letzte Reißleine das getrennte Schlafzimmer angepriesen wird, gilt es zuvor, sinnvolle und ehrliche Lösungen für das Dauerblinken im Schlafzimmer zu finden. Für eine glückliche Beziehung und einen besseren Schlaf.